So schätzen Sie Gewinnziele realistisch ein

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Untersuchungen der KfW haben es ans Licht gebracht: Unternehmen erzielen in der Regel bereits ab dem Jahr zwei nach der Gründung Gewinne. Während im ersten Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis vorliegt, sollten im zweiten Jahr mindestens 4,5 Prozent Gewinn erwirtschaftet werden, nach vier Jahren sollten es bereits 8,7 Prozent sein. Damit liegen Unternehmen und Gründer im Durchschnitt, was schon einmal wichtig ist. Gewinne lassen sich jedoch nur mit entsprechenden Ideen umsetzen und mit Produkten, die auf dem Markt ankommen.

Erst einmal testen und Kapital aufbauen

Fast jeder Gründer verschätzt sich übrigens bei der Kostensituation, die er im Businessplan aufstellt. Deshalb gilt es, sich realistische Ziele zu setzen. Hier eignen sich besonders Vergleiche mit ähnlichen Unternehmen. Im Internet-Bereich wurden im Jahr 2009 60 Prozent aller Unternehmen als Klone gegründet. Sie waren also reine Nachahmungstäter. Der Vorteil, dass Branchenkennzahlen der Konkurrenten genutzt werden können, ist hierbei nicht zu unterschätzen.

Ebenfalls bietet es sich an, zunächst einmal testweise am Markt zu agieren. Dienstleister beispielsweise können meist vom ersten Tag an verdienen, da sie reinen Personaleinsatz anbieten. Wer Produkte vertreiben will, muss dagegen erst einmal einen Kundenstamm aufbauen und die Produkte entwickeln. Hierbei kann es sinnvoll sein, zunächst Beta-Versionen auf den Markt zu bringen und zu testen, inwieweit diese schon den Anforderungen der Kunden entsprechen bzw. sie anhand der weiteren Kundenwünsche entsprechend weiterzuentwickeln.

Kapitaleinsatz richtig nutzen

Ebenfalls kann letztere Maßnahme dazu führen, dass schnell klar wird, dass das vorhandene Kapital nicht ausreicht, um die Produktentwicklung zügig voranzutreiben. In diesen Fällen hat es sich bewährt, zunächst einmal Serviceleistungen anzubieten. Durch deren Bezahlung kann das notwendige Kapital erwirtschaftet und aufgebaut werden, um die Produktentwicklung voranzutreiben.

Außerdem sollten Fixkosten so gering wie möglich gehalten werden. Es gilt, Puffer einzuplanen, die für unvorhergesehene Ausgaben verwendet werden können. Zudem ist es notwendig, dass Personal nur begrenzt eingesetzt wird oder aber dass Alternativen zu den üblichen Entlohnungssystemen geschaffen werden. Feste Gehaltsanteile könnten zum Beispiel durch Beteiligungen oder Anteilsscheine ersetzt werden. Bürogemeinschaften bergen ein hohes Einsparpotenzial, ebenso wie der Kauf gebrauchter Büroausstattung.

Umsätze steigern

Um die Gewinnmargen von 4,5 Prozent im zweiten Jahr bereits erreichen zu können, müssen die Umsätze auch entsprechend hoch sein. Im ersten Jahr kann von 50.000 Euro Umsatz bei Gründungen mit einer Vollzeitstelle ausgegangen werden. Es gilt nun für den Gründer selbst, diese Umsätze deutlich zu erhöhen, um Verbesserungen der Produkte und Leistungen sowie den Aufbau qualifizierten Personals zu ermöglichen. Diese Verbesserungsstrategien können in der Werbung, in einem verbesserten Service und vielem mehr liegen.

Nur wenn gezielte Planung vorliegt, mit der später auch weitere Investitionen genutzt werden können, wird es möglich, die Unternehmen zum Erfolg zu führen und das ab einem frühestmöglichen Zeitpunkt.

Quelle:
in Anlehnung an: Starting Up, Juni/Juli/Aug 10, S. 40-42

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