Rollentausch: Du Chef, ich nix!

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Der Privatsender RTL bringt gerade eine neue Realityserie namens „Undercover Boss“ heraus, die immer montags um 21.15 Uhr gesendet werden sollen. Dabei möchten sich Manager „undercover“ in die operative Ebene ihres eigenen Unternehmens einschleusen lassen, um direkt vor Ort herauszufinden, wo die Mitarbeiter der Schuh drückt. 

Das hat uns auf eine Idee gebracht, die vielleicht dem einen oder anderen Mitarbeiter-Chef-Verhältnis nicht schaden würde: Wie wäre es, wenn Sie einmal für einen Tag mit einem Ihrer Mitarbeiter tauschen würden? 

Zu wenig Verständnis auf beiden Seiten

Vielleicht haben Sie auch öfter Gedanken wie „Jetzt macht der Müller schon wieder blau!“ oder „Warum schaffen die das bloß nicht, die Produkte fehlerfrei herzustellen, das kann doch nicht so schwer sein.“ Es ist nur logisch, dass Sie sich nicht immer in die Position Ihrer Mitarbeiter hineinversetzen können. Wussten Sie aber, dass es solche Gedanken auch auf der anderen Seite gibt? Ihre Mitarbeiter denken sich vielleicht: „Jetzt haben die den Schichtplan schon zum fünften Mal in dieser Woche geändert. Allmählich habe ich keine Lust mehr!“ oder „Na super, mit der Lohnerhöhung war’s wohl diesen Monat wieder nichts.“
 
Keiner hat Verständnis für den anderen – weder der Chef für seine Mitarbeiter noch umgekehrt. Und das obwohl Verständnis doch die Basis einer guten Zusammenarbeit ist. Mit einem Rollentausch kann hier Abhilfe geschafft werden, denn dabei lernen die Teilnehmer erst einmal, was die Position des jeweils anderen bedeutet.

Rollentausch im Industriebetrieb

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Wir befinden uns in einem Industriebetrieb mit rund 350 Mitarbeitern. Dem Unternehmen geht es gut, um die Auftragslage steht es so gut, dass die Mitarbeiter kaum dazu kommen, die Aufträge abzuarbeiten. Dennoch macht sich Unzufriedenheit breit. Der Chef bekommt vom Aufsichtsrat Druck, denn die Kosten explodieren immer mehr. Die Mitarbeiter schieben nur noch Überstunden und sehen nicht ein, warum sie auch noch sparen sollen, und das obwohl die Firma doch mehr als genug Geld hat. Der Chef dagegen versteht nicht, warum die Mitarbeiter sich wegen der paar Überstunden beschweren – schließlich macht er die jeden Tag.
 
Jetzt stellen wir uns einen Rollentausch vor: Der Chef wechselt für einen Tag in den Job eines Maschinenarbeiters im Schichtdienst, der Maschinenarbeiter hingegeben setzt sich auf den Chefstuhl. Was passiert?
 
Der Chef wird feststellen, dass ist „mit ein paar Überstunden“ eben doch nicht getan ist. Der Job als Maschinenarbeiter ist nicht einfach. Er erfordert höchste Konzentration, damit keine Fehler passieren. Gleichzeitig ist er aber mit starker Hitze, großem Lärm und ständigen Störungen konfrontiert. Plötzlich fällt ihm auf, dass es eben doch nicht ganz so einfach ist, nach neun Stunden noch effizient und kostensparend zu arbeiten und dass die Produktivität dadurch automatisch in den Keller fällt.
 
Der Maschinenarbeiter auf dem Chefsessel stellt hingegen fest, dass der Chef „da oben“ nicht nur kluge Reden schwingt und keine Ahnung von der Materie hat, wie er immer dachte. Stattdessen stellt er fest, dass die Firma finanziell gar nicht so gut dasteht und sich schlampige Mitarbeiter eigentlich gar nicht leisten kann. Dass es auch ganz schön sein kann, einigermaßen pünktlich seinen Arbeitsplatz verlassen zu können, fällt ihm jetzt erst auf, wo er bis abends um 20 Uhr in dem stickigen, kleinen Büro sitzt.

Fazit

Was wir Ihnen damit sagen möchten: Ihr ganzes Unternehmen könnte davon profitieren, wenn Sie und Ihre Mitarbeiter etwas mehr gegenseitiges Verständnis aufbringen würden. Uns ist klar, dass es natürlich schwierig ist, einem Mitarbeiter einen so tiefen Einblick in Ihren Job zu geben – aber wer nichts wagt, der gewinnt auch nichts!

Quelle:
Eigene Erfahrungen

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  • Sabine Hutter
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