Mehr Umsatz = mehr Wachstum?
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Sie gewinnen neue Kunden, Sie generieren mehr Umsatz und freuen sich. Schließlich ist Ihr Unternehmen im Wachstum begriffen und legt somit eine gute Basis für den Fortbestand des Unternehmens vor. Doch leider ist dies ein Trugschluss, dem Sie nicht auf den Leim gehen sollten – sonst geht es ganz schnell wieder bergab.
Umsatz ≠ Gewinn
Bedenken Sie immer, dass Sie von Umsatz alleine zunächst nichts haben. Der Umsatz ist kein richtiger Wachstumsindikator, denn er zeigt nicht auf, wie sich auf der anderen Seite die Betriebsausgaben verändert haben. Wenn Sie eine Umsatzsteigerung beispielsweise umsetzen, indem Sie Ihre eigentlich ausgelasteten Kapazitäten überstrapazieren, verhalten sich die Kosten häufig überproportional. Die Folge: Ihre Rechnung geht nicht auf. Ihr Umsatz ist zwar tatsächlich angestiegen, der Gewinn allerdings gesunken, da die Betriebsausgaben zu stark angestiegen sind. Der gleiche Fall liegt vor, wenn so genannte sprungfixe Kosten eingetreten sind. Angenommen, Sie haben einen Auftrag angenommen, der Ihre Kapazitäten übersteigt. Nun müssen Sie eine neue Maschine anschaffen oder einen neuen Mitarbeiter einstellen, wodurch der Auftrag erledigt werden kann. Hierdurch entsteht jedoch auf einen Schlag ein extremer Sprung auf der Ausgabenseite, dem zunächst vergleichsweise geringe Einnahmen gegenüberstehen. In der Regel werden der neue Mitarbeiter oder die neue Maschine nicht sofort voll ausgelastet sein, wodurch sich die Kosten zusätzlich erhöhen. Auch an dieser Stelle ist wiederum der Umsatz angestiegen, die Betriebsausgaben jedoch nicht.
Bessere Indikatoren für das Wachstum
Versuchen Sie, sich vom Gedanken des Umsatzes als Wachstumsindikator zu lösen, denn dies spiegelt Ihnen falsche Tatsachen vor und kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass Sie Ihr Unternehmen „herunterwirtschaften“. Nutzen Sie besser andere Möglichkeiten, die Ihnen die Betriebswirtschaft bietet.
Kennzahlensysteme
Berechnen Sie für Ihr Unternehmen verschiedene Kennzahlen, die etwas über den Erfolg aussagen. Anfänglich werden Ihnen diese nicht viel sagen. Je mehr Werte Sie jedoch sammeln, desto aussagekräftiger werden sie und desto eher sind sie in der Lage, Ihnen Trends aufzuzeigen. Zudem können Sie diese für einen unternehmensübergreifenden Vergleich heranziehen. Hierfür gibt es einige Kennzahlen, die sich als aussagekräftig herausgestellt und daher etabliert haben: Eigenkapitalquote: Die Eigenkapitalquote informiert darüber, wie hoch der Anteil Ihres Eigenkapitals an der Bilanzsumme ist. Diese Kennzahl ist besonders für Banken wichtig, die darüber zu entscheiden haben, ob sie Ihnen Darlehen gewähren wollen oder nicht. Eine steigende Eigenkapitalquote ist daher stets ein gutes Zeichen für Ihr Unternehmen. Übrigens wären hier Werte von 30 Prozent und mehr optimal. Wenn Ihre Eigenkapitalquote weniger als zehn Prozent beträgt, sollten Sie sich ernsthafte Gedanken machen.
Liquidität: Die Liquidität ist eine der wichtigsten Kennzahlen, die Sie unbedingt im Auge behalten sollten. Ein hoher Umsatz ist toll. Wenn die Kunden ihre hohen Rechnungen jedoch nicht zahlen, kommen Sie schneller in Zahlungsschwierigkeiten, als Sie glauben würden. Und das, obwohl Sie eigentlich der Meinung sind, dass Ihr Unternehmen wächst.
Eigenkapitalrendite: Mithilfe der Eigenkapitalrendite lässt sich zeigen, in welcher Höhe sich das eingesetzte Eigenkapital im Unternehmen rentiert hat. Hierzu wird der Bilanzgewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt.
Die Deckungsbeitragsrechnung
Die Deckungsbeitragsrechnung ist dazu da, um zu ermitteln, welche Produkte/Aufträge wie viel zum Unternehmenserfolg beitragen, also welchen Deckungsbeitrag sie ermitteln. Hierzu werden zunächst von den Umsatzerlösen alle variablen Kosten abgezogen, wodurch sich der Deckungsbeitrag I ergibt. Ist dieser nicht positiv, sollte das Produkt aus dem Sortiment bzw. der Auftrag nicht angenommen werden, da Sie dabei draufzahlen würden. Ihr Unternehmen arbeitet nur dann rentabel, wenn alle Deckungsbeiträge addiert größer als die verbleibenden Fixkosten sind, denn dann entsteht ein Gewinn (= Deckungsbeitrag II). Für Ihre kurzfristige Planung reicht es, wenn der Deckungsbeitrag I positiv ist, langfristig müssen jedoch alle variablen und fixen Kosten gedeckt sein. Beispiel:
In diesem Beispiel würden Sie schnell sehen, dass das Produkt B alleine für sich gesehen einen negativen Deckungsbeitrag aufweist. Obwohl Sie also insgesamt einen Gewinn erwirtschaften, wäre dieser Höhe, wenn das Produkt B aus dem Sortiment genommen würde. Diese Falschkalkulation hätten Sie jedoch ohne die Deckungsbeitragsrechnung unter Umständen gar nicht bemerkt.
Quelle:
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-
Lexikon
- Eigenkapitalquote
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Magazin
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Über den Autor

- Sabine Hutter
- Mein Name ist Sabine Hutter und ich bin als selbständige Autorin und Webtexterin tätig. Als Staatlich geprüfte Betriebswirtin habe ich mich auf die Themen Existenzgründung, Unternehmen und Personalwesen spezialisiert.
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