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Der Fachkräftemangel ist seit Jahr und Tag ein nicht zu unterschätzendes Problem in der deutschen Wirtschaft. Er zeigt sich in vielfältiger Weise und kann im Grunde genommen nicht mehr übersehen werden. Da bleibt als beste Alternative, sich die Fachkräfte selbst heranzuziehen. Doch allzu einfach ist auch dies nicht, denn die richtigen Auszubildenden zu finden, gestaltet sich in diesen Tagen immer schwieriger.

Probleme beim Finden der Azubis

Die Probleme liegen nicht nur darin, dass derzeit aufgrund der Wirtschaftskrise weniger Ausbildungsstellen angeboten werden, sondern auch in den künftigen Azubis selbst. In den Medien wurde schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, obwohl der Sachverhalt hier dramatischer dargestellt wurde, als er tatsächlich ist. Gut 20 Prozent der potenziellen Azubis haben keine ausreichende Ausbildungsreife.

Es bestehen Schwächen in sozialer Kompetenz, aber auch in Bezug auf grundlegende Fertigkeiten, wie Mathematik, Rechtschreibung oder Lesen. Daher beklagen sich viele Unternehmen, dass sie keine geeigneten Azubis mehr finden können. Tatsache ist, dass die Ansprüche der Unternehmen gestiegen sind und einige Auszubildende tatsächlich nur eine geringe Ausbildungsreife mitbringen. Allerdings gibt es Mittel und Wege, dem entgegenzuwirken.

Ausbildungsreife erlangen

Um die Ausbildungsreife zu erlangen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die bekannteste Variante ist wohl das berufsvorbereitende Jahr. Hier lernen die Jugendlichen das tägliche Aufstehen, das pünktliche Erscheinen am jeweiligen Einsatzort und die Übernahme von Verantwortung. Doch auch Schwächen in grundlegenden Fähigkeiten, wie dem Lesen und Rechnen, werden aktiv angegangen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine duale Ausbildung in einer etwas anderen Variante zu wählen. Hierbei sind die Azubis im ersten Lehrjahr in der Berufsschule, erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr steigen sie in den Betrieb ein. Für die Unternehmen ergibt das einen großen Vorteil: Einerseits sind die Azubis in ihren Kenntnissen schon deutlich weiter und können flexibler eingesetzt werden. Andererseits müssen sie die Berufsschule deutlich seltener besuchen, als es im ersten Jahr der Fall gewesen wäre.

Zusammenarbeit mit Schulen und Unis

Ebenfalls sinnvoll kann es sein, wenn Unternehmen mit Schulen oder Unis zusammenarbeiten. Viele Unternehmen sind bereits in einem Netzwerk Wirtschaft – Schule. Sie helfen den Schülern bei der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch oder bieten Praktika an. Durch eine solche Zusammenarbeit lernen die Unternehmen die Azubis von morgen bereits heute kennen. Eine zielgerichtete Entscheidung für den künftigen Auszubildenden für das eigene Unternehmen ist damit kein Problem mehr.

Auch an den Unis kann man einige wertvolle Kontakte knüpfen, insbesondere die Master- und Bachelor-Studiengänge sind heute gefragt und viele Unternehmen lassen ihre Azubis auch in diese Richtung gehen.

Motivation der Azubis

Ebenfalls sollten Unternehmen auf eine möglichst hohe Motivation der Auszubildenden setzen. Denn je besser das Arbeitsklima ist, umso wohler fühlen sich die Lehrlinge. Sie werden auch dieses Arbeitsklima lobend bei Gleichaltrigen erwähnen, sodass künftige Lehrlinge über Mundpropaganda gefunden werden können.

Ebenso wichtig ist das Lob der eigenen Azubis im Web, wo sich künftige Azubis über das Unternehmen informieren. Sie suchen allerdings nicht bei den Eltern nach Rat, sondern im eigenen Freundeskreis und bei anderen Personen, die in ihrem Alter sind. Je besser der Ruf des Unternehmens, desto besser sind auch die Lehrlinge qualifiziert, die sich bewerben.

Quelle:
in Anlehnung an: Pro Firma, Mai 2010, S. 24-31

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Kommentare

  • Bremst der Fachkräftemangel den Wirtschaftsaufschwung?... Die Talsohle der aktuellen Wirtschaftskrise scheint durchschritten und die deutsche Wirtschaft kommt sehr solide und stark aus der Krise. Die innovationsgetriebene deutsche Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf und ein altes Thema kehrt zurück in den Fokus...

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