Kündigungen per Mausklick – Soll das unsere Zukunft sein?

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„Möchten Sie dem ausgewählten Mitarbeiter wirklich kündigen?“

JA   -   NEIN   -   ABBRECHEN
 
Tim Cole skizziert in seinem Buch „Unternehmen 2020 - Das Internet war erst der Anfang“, wie die unternehmerische Welt sich in den nächsten zehn Jahren verändern könnte und wahrscheinlich auch wird. In diesem Zusammenhang kommt auch das Kapitel „Mitarbeiterführung 2020“ zum Tragen und Cole beschreibt, dass zukünftig sogar Kündigungen per Mausklick erledigt werden könnten. Doch wollen wir das wirklich?

Möglich ist alles – aber nicht unbedingt erlaubt

Rein von der technischen Seite her betrachtet, wäre es natürlich möglich, Kündigungen per Mausklick durchzuführen. Bereits jetzt wäre es sicherlich überhaupt kein Problem, die technische Basis dafür zu schaffen.
 
Allerdings muss auch darauf hingewiesen werden, dass die Kündigung per Mausklick zumindest hierzulande (noch) nicht rechtsgültig erfolgen kann. Denn gemäß § 623 BGB können Arbeitsverhältnisse nur in der Schriftform wirksam gekündigt werden. Die elektronische Form einer Kündigung ist sogar ausdrücklich ausgeschlossen. Eine Kündigung per Mausklick müsste sich aber nun einmal der elektronischen Form bedienen. Natürlich kann niemand sagen, welche Gesetzesänderungen in Zukunft noch kommen werden, denn immer mehr Rechtsvorschriften werden an die Erfordernisse der modernen Welt angepasst.

Moralisch fragwürdig?

Abgesehen von der technischen Seite frage ich mich allerdings eher: Ist das wirklich das, wo wir hinwollen? Mich erinnert dieses Szenario an einen Film, der vor wenigen Jahren in den Kinos lief: „Up in the Air“ mit George Clooney. Clooney reiste darin von Unternehmen zu Unternehmen, um dort die Angestellten zu feuern, weil die eigentlichen Chefs zu feige waren, das selbst zu tun. Irgendwann wurde sogar seine Reiserei wegrationalisiert und die Mitarbeiter wurden per Bildschirmübertragung gefeuert. Da sind wir von Coles Szenario schon gar nicht mehr so weit entfernt. Die Geschichte erfuhr allerdings eine interessante Wendung, als eine auf diese Weise gefeuerte Mitarbeiterin Selbstmord beging und eine Protagonistin der Story schwere Gewissensbisse bekam.
 
Weg von Clooney, zurück zu Coles Szenario: Wollen Sie der Mensch sein, der andere per Mausklick feuert? Ohne ihnen dabei in die Augen zu sehen? Aus meiner beruflichen Erfahrung heraus kann ich nur sagen: Nein, definitiv nicht! Es mag sein, dass es zunächst bequemer erscheint, die „anonyme“ Variante zu wählen. Früher oder später werden einen aber die Gewissensbisse trotzdem einholen. Ich halte Kündigungen ohne persönlichen Kontakt für moralisch fragwürdig. Genau deshalb gehe ich davon aus, dass sich die Kündigungen per Mausklick nicht durchsetzen werden, selbst wenn die technische sowie die rechtliche Basis dafür geschaffen würden.

Über Tim Cole

Tim Cole ist ein amerikanischer Internet-Publizist, der sich bereits vor vielen Jahren in Deutschland niederließ. Mit zahlreichen Veröffentlichungen und Büchern zum Thema Internet in Unternehmen hat er sich auch hierzulande einen Namen gemacht. 


Quelle:
Eigene Erfahrungen

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  • Sabine Hutter
  • Mein Name ist Sabine Hutter und ich bin als selbständige Autorin und Webtexterin tätig. Als Staatlich geprüfte Betriebswirtin habe ich mich auf die Themen Existenzgründung, Unternehmen und Personalwesen spezialisiert.
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