Kapitalismus ist nicht die Ursache der Wirtschaftskrise

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Teil 2 von 4 aus der Serie:
Wirtschaftskrise 2011


Bevor ich nun weiter auf die aktuelle Situation eingehe, noch eine Klärung, was nicht die Ursache ist.

Was nicht die Ursache ist!

Manch einer sieht den Kapitalismus als Ursache. Und Nikolai Kondratieff hat diese langen Zyklen selbst auch erst ab Beginn des 19. Jahrhunderts untersucht, aber letztendlich sind diese viel älter und haben nichts mit dem Wirtschaftssystem, sondern mit Basisinnovationen zu tun.
Basisinnovationen gab es mit dem Buchdruck, der Seefahrt, aber auch mit der Erfindung des Eisens oder des Reitens oder des Staats zu allen Zeiten. Wachstum verläuft nie linear, weder in der Natur, noch in der Gesamtwirtschaft, noch in einer Einzelfirma noch bei einer einzelnen Person - völlig egal, wie man es "organisiert". (Und in gewisser Weise kann man auch sagen, dass der Sozialismus an den Spätfolgen des nicht mitgemachten letzten Kondratieffzyklus, der Kommunikation, gestorben ist).

Sind Banken und Spekulanten die Ursache?

Manch einer macht für die aktuelle Situation die Banken, die Spekulanten, die Irrationalität der Börse oder verantwortungslose Manager verantwortlich. All das gibt es zweifellos, aber auch dort liegt nicht die Ursache. Spekulanten können nur mit dem Geld spekulieren, das da ist und das muss eben zuerst gedruckt oder durch superniedrige Zinsen zur Verfügung gestellt werden. Man muss klar sehen, dass zu allen Zeiten, wenn der Staat (oder Herrscher) hochgradig verschuldet war, ein Schuldiger (warum die beiden Worte nur so ähnlich klingen...?) gesucht wurde. Und gefunden hat man ihn immer in den Spekulanten (die spätestens seit dem Mittelalter mit den Juden gleichgesetzt wurden).

Panikmache der Medien

Auch die Panikmache der Medien ist nicht die Ursache. Ich kann nur eine Panik auslösen, wenn es eine reale Gefahr gibt. Wenn die USA keine Schulden, dafür aber einen ausgeglichenen Haushalt hätten, dann könnten die Medien von einem Horrorszenario quatschen, so viel sie wollten - es würde keiner ernst nehmen.
 
Manch einer macht für die Krise auch die Ratingagenturen verantwortlich. Aber diese sind nur eine Art Thermometer und zwar eines, das immer erst mit einer bestimmten Verzögerung die Temperatur anzeigt. Die Dresche, die manche Politiker den Ratingagenturen geben, erinnert an den Irren, der auf das Thermometer eindrischt, nachdem er sich selbst den Kittel angezündet hat.

Vertrauenskrise

Und manch einer macht für die aktuelle Krise psychologische (oder spirituelle) Aspekte, wie mangelndes Vertrauen o.ä. verantwortlich. Aber auch das ist eine Erklärung á la „Der Schwanz wackelt mit dem Hund“. Vertrauen kann ich als Vorschussvertrauen zwar geben, aber ob das bleibt, hängt von den Handlungen des Gegenübers ab. Wenn ein Staat seine Verpflichtungen bedient, entsteht im Lauf der Zeit Vertrauen. Wenn angesichts der Situation die Wahrscheinlichkeit schwindet, dass er diese Verpflichtungen bedient, verschwindet auch das Vertrauen. Vertrauensschwund ist also aktuell Folge und nicht Ursache.

Sind Politiker die wahren Schuldigen?

Und schließlich gibt manch einer der Politik oder den Politikern die Schuld. Und natürlich ist es richtig, dass es in der Tendenz der Staaten liegt, sich immer weiter aufzublähen und dann im Niedergang entsprechend zu verschulden. Cyril Northcote Parkinson hat das in 800 Jahren englischer Entwicklung nachgewiesen, man kann es in der Entwicklung des französischen Absolutismus beobachten und in den sozialistischen Ländern war es zum Schluss genauso. Auch das hat nichts mit dem Kapitalismus zu tun. Diese Aufblähungstendenz ist aber nur eine Art sekundäre Ursache: solange man im aufsteigenden Teil des Kondratieffzyklus ist, lässt sich das ja alles finanzieren. Aber seit wir im absteigenden Teil sind (Ende der 90er), haben sich die Schulden der USA z.B. fast verdreifacht.
 
Die Frage ist nur: Könnte ein Politiker die notwendigen Maßnahmen ergreifen? Ich glaube, wenn ich mir den Aufruhr angesichts der Minimaßnahmen in Griechenland und den USA anschaue: Nein! Er würde sich nicht einen Tag an der Macht halten. Minimaßnahmen??? OK, lies weiter und entscheide selbst, ob die Maßnahmen ausreichend sind!
Quellen:
Stefan Merath
Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer

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Über den Autor Xing_icon

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  • Evelyn Brandies
  • Mein Name ist Evelyn Brandies, ich schreibe als Redakteurin u.a. für das Gründerlexikon. Weiterhin unterstütze ich als gelernte Bilanzbuchhalterin Existenzgründer beim Aufbau ihrer Buchhaltung.