Guerilla-Marketing als Verkaufsförderung
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Einzelhändler haben es in Zeiten von immer größer werdender Konkurrenz, Preisdruck und Produktimporten aus dem fernen Osten äußerst schwer, den werbegenervten Kunden zu motivieren, sein Interesse zu wecken und Aufmerksamkeit beim Konsumenten zu erregen. Sämtliche Werbestrategien, welche der Verkaufsförderung dienen sollen, schlagen gerade bei Existenzgründern oder kleineren Unternehmen mit geringem Marktvolumen fehl oder zeigen nicht die versprochene Wirkung. Die reine Erregung der Aufmerksamkeit des Kunden durch eine besondere Aufmachung und Gestaltung des Produktes zieht beim konsumverwöhnten Käufer schon seit einigen Jahren nicht mehr. Auch große Firmen oder Konzerne verlassen die Grundregeln des Marketings immer öfter und weitschweifiger, um die gewünschte Aufmerksamkeit des Kunden zu erhalten und somit das betreffende Produkt in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken. Denn nur auf diese Art und Weise gelingt es einer Firma sein Produkt zu verkaufen.
Ältere Marketingstrategien
Bisherige Erfahrungen lehrten Unternehmer, das entsprechende Produkt mit einem so genannten Corporate Design zu gestalten, um das Produkt dem Äußeren Erscheinungsbild der Firma anzupassen. Der Kunde sollte so das Produkt der Firma zuordnen können, um somit den eigenen und von der Firma gewünschten Wiedererkennungseffekt zu aktivieren. Die Aufmerksamkeit sollte mittels einer Print- oder TV- Werbung erreicht werden. Da jedoch eine sehr große Zahl von Firmen derartige Strategien und Verhaltensweisen verfolgen, werden die Konsumenten mit Werbung, Bildern und Musik geradezu überhäuft, so dass eine Desensibilisierung beim Käufer stattfindet. Er sieht so zusagen vor lauter Wald die Bäume nicht, was übertragen auf eine Marketingstrategie heißt, dass eine so genannte Reizüberflutung stattfindet. Das Gehirn des Konsumenten ignoriert Reize wie Musik, Töne oder Bilder und Geräusche unbewusst, um den Körper zu schützen.
Was ist das nun Guerilla-Marketing und wie kann es eine Lösung bringen?
Das Wort Guerilla-Marketing kann von der Kriegsführung eines Staates abgeleitet werden, welcher gleichnamige Guerillatruppen einsetzt. Diese taktisch spezialisierten Kämpfer können mit einfachen Mitteln eine große Wirkung erzielen und somit einen schier aussichtslosen Kampf gewinnen. Ebenso hat der Marketingsexperte Jay C. Levinson in den achtziger Jahren den Begriff Guerilla-Marketing geprägt, indem er in seinem Buch „Guerilla Marketing – Offensives Werben für kleine und mittlere Unternehmen“ eine derartige Verkaufstaktik beschrieben hat.
Eigenschaften des Guerilla-Marketing
Das Besondere an dieser Marketingform ist der Überraschungseffekt und die Einmaligkeit einer Aktion. Der Kunde oder potentielle Käufer soll über eine derartige Maßnahme erstaunt und verwundert sein, um auf diese Weise dem Produkt die Aufmerksamkeit zu schenken. An dieser Stelle hat der Verkäufer sein Ziel bereits erreicht, durch etwas Außergewöhnliches oder Spektakuläres, also einer sehr kostengünstigen und zugleich effizienten Handlungsweise die gewünschte Reaktion oder das entsprechende Verkaufsresultat zu erzielen. Das Besondere am Guerilla-Marketing ist der einfache und kostengünstige Einsatz von verkaufsfördernden Mitteln mit einem proportional überdurchschnittlichen Erfolg. Um dies zu erreichen, sollte die Firma ein entsprechend kleines und überschaubares Marktsegment auswählen, um dort Guerilla-Marketing zu betreiben. Guerilla-Marketing sind darüber hinaus auch Aktionen, welche im Normalfall nicht wiederholt werden. Durch die sehr rasante und teilweise unkontrollierte Fortentwicklung des Konsumentenverhaltens sowie des Kaufverhalten, ist ein besonderes oder aggressiveres Marketing notwendig, um künftig das Interesse der Kunden zu gewinnen und somit weiter Produkte zu verkaufen. Eine weitere Eigenschaft des Guerilla-Marketings ist die Beschränkung des Budgets auf ein Minimum.
Beispiele für ein Guerilla-Marketing
Ein Beispiel für eine Guerilla- Marketing-Kampagne ist Werbung auf einer Toilette. Ein weiteres treffendes Beispiel ist auf http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla-Marketing zu finden, welches an dieser Stelle aufgrund der schockierenden und aggressiven Werbeform auch zitiert werden soll:
„...Werbespot der deutschen Krebshilfe .., in dem eine ca. 20 jährige Tochter in einer angedeuteten Szene ihre Mutter brutal schlägt, weil sie diese für ihren Hautkrebs verantwortlich macht. Slogan: „Hautkrebs braucht 20 Jahre bis zu seiner Entdeckung. Schützen Sie Ihre Kinder!“...“
Eine andere sehr werbewirksame jedoch bedenkliche Aktion ist die Werbung durch so genannte „Flitzer“, welche in der Regel unbekleidet durch eine Menschenmasse rennen und irgendeine Form Werbung transportieren. Eine weitere sehr befremdliche Aktion wurde von Unilever durchgeführt:
„Unilever hat für die Marke Bresso eine Aktion durchgeführt, bei der gezielt klassische, durch Mediaplaner gebuchte Werbeplätze umgangen wurden. Mit „mal beißen“ T-Shirts ausgestattete Promoter wurden in bekannte Live-Sendungen eingeschleust und hielten während der Sendung den verdutzten Moderatoren ein Baguette mit Bresso-Frischkäse unter die Nase.“
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla- Marketing Eine Definition für das Guerillamarketing gibt es an sich nicht, jedoch haben sich Fachleute in Foren und Blogs mit dem Thema beschäftigt und eine sehr treffende Beschreibung für diese Art von Marketing gefunden:
„Guerilla-Marketing ist die Kunst, den von Werbung übersättigten Konsumenten, größtmögliche Aufmerksamkeit durch unkonventionelles bzw. originelles Marketing zu entlocken. Dazu ist es notwenig, dass sich der Guerilla-Marketer möglichst (aber nicht zwingend) außerhalb der klassischen Werbekanäle und Marketing-Traditionen bewegt.“
Guerilla-Marketing speziell für Onlineunternehmen
Obige Beispiele waren eher für den Offlineunternehmer konzipiert, was für einen Internethändler oder speziell ein eBay-Händler eher weniger von Bedeutung sein wird. Nun steht die Frage im Raum, wie ein Websitebetreiber für seine Internetpräsenz oder sein im Internet zu verkaufendes Produkt eine Guerilla-Marketing-Kampagne aufbaut. Sinn und Zweck einer jeden Marketingkampagne ist die Aufmerksamkeit des Kunden für das Produkt zu erregen. Somit gilt das auch für das Guerilla-Marketing. Der Kunde muss also im Wesentlichen auf die Internetseite oder das eBay-Angebot aufmerksam gemacht werden. Daher stößt das Guerilla-Marketing oder das allgemeine Marketing sehr nahe an die Internetseitenoptimierung und die Kunst, über Suchmaschinen potenzielle Besucher zu erhalten. Bei eBay Aufmerksamkeit zu erregen ist an sich nicht schwer, so lange man nicht gegen die eBay-Grundsätze verstößt. Der Verkauf des Papstgolfs ist dahingehend ein sehr wertvolles Bespiel. Mit einem Budget von nahezu Null Euro könnte man regelmäßig kuriose Auktionen starten und innerhalb dieser Auktion auf ein anderes Produkt oder Auktion hinweisen. Auch ein Onlinegewinnspiel, mit gesponserten Preisen könnte ein Beispiel für gelungenes Guerilla-Marketing sein. Nicht zuletzt sind sämtliche Guerilla-Marketing Aktionen bei Portalen wie www.youtube.com zusammengefasst. Hier kann man sich Geschmack holen, um seine eigene Kampange zu erstellen. Sehr Informativ schien uns auch der Blog unter http://www.guerilla-marketing-blog.de zu sein. Hier werden regelmäßig Aktionen vorgestellt.
Quellen:
Thorsten Schulte (Guerilla Marketing Portal)Patrick Breitenbach (Werbeblogger)
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- Torsten Montag
- Ich bin Dipl. Betriebswirt, zugelassener eCommerce-Berater der KfW-Bank und Experte im Bereich Suchmaschinenoptimierung sowie Geld verdienen im Internet.
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Weitere interessante Webprojekte:
Lexikon der Betriebsausgaben
Betriebswirtschaft satt
kommentiert von Gast am 15. März 2009
[...] So wie im Artikel Werbung soll die Aufmerksamkeit Konsumenten erregen darf selbstverständlich auch keine Kundenakquise betrieben werden. Niemand lässt sich gern veralbern oder für dumm verkaufen. Kunden, die aufgrund von Täuschung akquiriert wurden, können schneller weg sein, als sie gekommen sind. Der Kunde merkt hinterher, dass er einem Trick auf dem Leim gegangen ist, das gestehen sich die wenigsten ein und kehren dem Produkt oder der Dienstleistung den Rücken. Auch hier wird das Erlebte per Mund-zu-Mund-Propaganda weitergetragen. Anders kann es sein, wenn die Täuschung besonders clever oder lustig zur Akquise führte, dann entsteht eine u.U. positive Reputation. Letztlich kommt es auf das dahinterstehende Produkt an. Ist das gut, verzeiht der Kunde auch Fehltritte, ist es schlecht, verstärkt es die negative Akquise noch. Ein schönes Beispiel dafür ist das Guerillamarketing. [...]
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kommentiert von Gast am 20. März 2009
[...] darf selbstverständlich auch keine Kundenakquise betrieben werden. Niemand lässt sich gern veralbern oder für dumm verkaufen. Kunden, die aufgrund von Täuschung akquiriert wurden, können schneller weg sein, als sie gekommen sind. Der Kunde merkt hinterher, dass er einem Trick auf dem Leim gegangen ist, das gestehen sich die wenigsten ein und kehren dem Produkt oder der Dienstleistung den Rücken. Auch hier wird das Erlebte per Mund-zu-Mund-Propaganda weitergetragen. Anders kann es sein, wenn die Täuschung besonders clever oder lustig zur Akquise führte, dann entsteht eine u.U. positive Reputation. Letztlich kommt es auf das dahinterstehende Produkt an. Ist das gut, verzeiht der Kunde auch Fehltritte, ist es schlecht, verstärkt es die negative Akquise noch. Ein schönes Beispiel dafür ist das Guerillamarketing [...]
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kommentiert von Gast am 9. Juli 2010
Danke für diesen Überblick. Ich mache derzeit Praktikum bei einer Frankfurter Promotionagentur und schnuppere dort in die verschiedensten Bereich rein. Meist wird das Guerilla- Marketing ja eher für Branding eingesetzt, interessant wird es aber auch wenn man in den Bereich VKF (siehe: http://www.elitepromotion.de/verkaufsfoerderung.php/dontfollow ) und POS geht. Haben damit sehr gut Erfahrungen gemacht. Sehe also nicht das es besonders im Online-Bereich stark ist. Grüße Felix.
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