Gründungsberatung in Deutschland – mehr Schein als Sein?
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Mehr als 6.000 Gründungsberater in Deutschland wurden in einer aktuellen Studie der Leuphana Universität Lüneburg befragt. Genauer wurde die aktuelle Online-Umfrage vom Lehrstuhl für Gründungsmanagement durchgeführt. Mit 36,3 Prozent Antworten, erhielten die Studenten eine ansehnliche Rücklaufquote, die einer Gesamtzahl von 2.146 Beratern entspricht, die auf die Umfrage geantwortet haben.
Im Mittelpunkt der Studie standen vor allem Fragen nach den Erfahrungen von Gründungsberatern, wie gut diese zertifiziert seien und welches Anliegen sie mit der Beratung verfolgten. Außerdem wurde beleuchtet, wie stark der Aufwand für die Gründungsberatung betrieben wird.
Die Ergebnisse im Überblick
Als Fazit der Studie stellte sich heraus, dass die meisten Gründungsberater männlich sind. Sie sind zwischen 36 und 50 Jahre alt. Nur wenige Ausnahmen sind jünger oder älter. Vorrangig werden von den Gründungsberatern kleine und mittlere Unternehmen beraten, die zwischen einem und 50 Mitarbeiter haben. Nur wenige Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern werden beraten.
Innerhalb des letzten Jahres haben die Gründungsberater im Schnitt 15 Tage für ihre persönliche Weiterbildung aufgewendet, was sehr viel ist. Viele der Zertifikate in der Gründungsberatung werden von den Beratern als besonders wichtig für die Akquise angesehen, jedoch sind die meisten Zertifizierungen noch nicht hinreichend bekannt.
Ebenfalls ergab sich, dass es kaum Gründungsberater gibt, die diesen Bereich hauptsächlich ausüben. Vielmehr rundet die Gründungsberatung das gesamte Tätigkeitsgebiet ab und macht nur einen sehr geringen Anteil der Arbeitszeit und des Umsatzes aus. Oftmals wird die Gründungsberatung zur Neukundengewinnung eingesetzt, in vielen Fällen auch lediglich nebenher betrieben.
Die Befragung ergab ebenfalls, dass etwa bei jedem fünften Berater sehr große Beratungskompetenzen zu vermuten sind, wobei dies aufgrund der alleinigen Online-Befragung nicht eindeutig bewiesen werden kann. Hier müssten persönliche Eignungstests für eine abschließende Beurteilung durchgeführt werden.
Probleme der Gründungsberatung
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Berater nur das Coaching oder nur die Fachberatung anbieten. Eine Möglichkeit, beide Teilbereiche miteinander zu verbinden, besteht heute recht selten. Bezüglich möglicher Zertifizierungen sehen die Gründungsberater das Ganze mit gemischten Gefühlen, es gibt sowohl Befürworter, als auch Gegner. Allerdings gehen die meisten Berater davon aus, dass Zertifizierung sich lohnt, da sie kompetenzsteigernd wirkt.
Erfahrungen aus der Gründungsberatung haben die Berater zwar meist, aber nur in geringem Umfang, da die Gründungsberatung an sich nur ein kleines Teilgebiet der ausgeübten Tätigkeiten abdeckt. Außerdem wurde in der Studie die Frage gestellt, warum die Gründungsberatung durchgeführt wird. Darauf antwortete der Großteil, dass es ihm ein persönliches Anliegen sei, Existenzgründer bei ihrem Vorhaben zu unterstützen.
Berater, die bereits Erfahrungen mit einer eigenen Selbstständigkeit haben, sind meist engagierter. Es zeigte sich ebenfalls, dass die meisten Gründungsberater das Einfühlungsvermögen in ihrer Tätigkeit als wichtigen Schwerpunkt sehen.
Quelle: Ergebnisbericht der Studie der Leuphana Universität Lüneburg
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- Torsten Montag
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kommentiert von Gast am 10. März 2010
Mich würde hierbei sehr stark interessieren ob die Gründungsberater einer Einrichtung wie z.B.: Gründerservice oder Gründerzentren angehörig waren oder ob hierbei Unternehmensberater gemeint sind, die Gründungsberatung anbieten. liebe Grüße Manuel
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kommentiert von Torsten Montag am 10. März 2010
So wohl als auch. Gründungsberater darf sich in Deutschland jeder depp nennen. Mit und ohne BWL Studium, Erfahrung, Praxis oder Verbandszugehörigkeit.
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