Grundlagen der Personalbeschaffung

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Früher oder später kommt es wohl in jedem Unternehmen dazu, dass neues Fachpersonal benötigt wird. Doch bevor über eine Neueinstellung diskutiert wird, sollte erst einmal überlegt werden, ob eine Einstellung überhaupt notwendig ist. Viele kurzfristige Engpässe, wie etwa eine Inventur, lassen sich einfach mit Mehrarbeit und Urlaubsverschiebungen des Stammpersonals ausgleichen. Denn die Kosten für Personal machen doch einen recht großen Anteil der gesamten betrieblichen Kosten aus.

Die richtige Personalbeschaffung

Ist die Entscheidung gefallen, dass tatsächlich ein neuer Mitarbeiter benötigt wird, geht es an weitere Fragen. So stellt sich die Frage, ob der Mitarbeiter befristet oder unbefristet eingestellt wird und wo gesucht werden soll. Es muss ebenfalls klar sein, welche Anforderungen an den neuen Mitarbeiter gestellt werden.

Daraus ergeben sich verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste, weil schnellste Möglichkeit, ist die interne Suche. Hierbei wird aus dem Pool der bereits vorhandenen Mitarbeiter ausgewählt, sofern diese sich auf die interne Stellenausschreibung bewerben. Der Vorteil ist, dass der Mitarbeiter das Unternehmen und dessen Prozesse bereits kennt, sich also leichter einarbeiten kann. Nachteile entstehen eventuell durch ein verschlechtertes Betriebsklima aufgrund der Missgunst durch Kollegen. Auch neigen interne Mitarbeiter zur „Betriebsblindheit“, so dass wichtige Innovationen und neue Ideen nicht zustande kommen.

Die andere Möglichkeit ist die externe Personalbeschaffung. Hierbei können Stellenanzeigen geschaltet werden, was ein aktives Vorgehen bedeutet oder es kann die passive Mitarbeitersuche vonstatten gehen. Dabei werden Bewerbungsprofile auf den öffentlichen Stellenmärkten durchforstet oder eine Anfrage bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt. Bei Stellenanzeigen ist das AGG zu beachten, es darf also keine Anzeige nur auf ein Geschlecht ausgerichtet sein oder ein bestimmtes Alter fordern.

Die Schritte der Personalauswahl

Nachdem die ersten Bewerbungen eingegangen sind, lohnt sich eine Vorauswahl. Diese sollte zunächst anhand der Bewerbungsunterlagen stattfinden. Sie sollten auf Vollständigkeit, aber auch auf Sauberkeit geprüft werden.

In großen Unternehmen folgen dann gewöhnlich Einstellungstests, die sich bei kleinen Unternehmen aufgrund des erhöhten Aufwands jedoch kaum lohnen. Hier ist ein persönliches Gespräch besser geeignet, um den Bewerber kennen zu lernen. Eine Probearbeit kann beiden Seiten helfen, sich besser einzuschätzen und sollte nach Möglichkeit genutzt werden. Die sofortige Zusage eines geeigneten Bewerbers im Vorstellungsgespräch sollte hingegen nicht erfolgen. Vielmehr sollte hier ein Termin vereinbart werden, zu dem die Entscheidung fällt. Somit wissen beide Seiten, woran sie sind und das Unternehmen trifft keine vorschnelle Entscheidung.


Quelle:
Pro Firma 01/2009, S. 68 - 71

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