Finanzierung der Photovoltaikanlage

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Teil 3 von 4 aus der Serie:
Photovoltaikanlage


Sobald Sie sich für den Erwerb einer Photovoltaikanlage interessieren, bekommen Sie es mit mehr oder weniger qualifizierte Vertreter der Herstellerfirmen zu tun. Mit bunten Prospekten und einer positiven Vergleichsrechnung soll der Interessierte von den Vorzügen und im Endeffekt vom Kauf der Photovoltaikanlage überzeugt werden. Mit diesem Artikel wollen wir eine Vergleichsrechnung anstellen um zu sehen, ob sich der Betrieb einer Photovoltaikanlage nach der Kürzung der Einspeisevergütung noch lohnt.

Vereinfachtes Beispiel unter optimalen Bedingungen

Nicht jede Dachfläche hat die optimale Neigung oder eine unverschattete Südrichtung. Treffen diese Faktoren bei Ihnen zu, ist die Leistung der Anlage geringer und dadurch entsprechend auch der Ertrag. In unserem Beispiel gehen wir von optimalen Bedingungen aus.

Eingangsdaten

Die Leistung einer Photovoltaikanlage wird in der Einheit Kilowatt Peak (kWp) angegeben. Eine 1 kWp Photovoltaikanlage entspricht einer benötigten Dachfläche von 9-10 m² bei einer Leistung von ca. 800 kWh.

Die Installation einer 10 kWp Photovoltaikanlage erfolgt in 7/2010 auf dem Dach eines Einfamilienhauses. Der gesamte Strom wird eingespeist, einen Selbstverbrauch schließen wir für das Beispiel aus.

Anschaffungspreis

Je nach Hersteller liegt der Anschaffungspreis pro ein kWp bei rund 3.000,- Euro netto, die 10 kWp Anlage kostet somit 30.000,- Euro netto. Planungs- und Montagekosten, und die Kosten für Zusatzmaterial wie Halterungen, Zähler und Wechselrichter sind im Angebotspreis bereits berücksichtigt.

Betriebskosten

Typischerweise rechnet man als Betriebskosten mitrund einem Prozent des Anschaffungspreises. Im gezeigten Beispiel können Sie daher mit jährlich 300,- Euro (30.000 Euro x 1 Prozent) Betriebskosten rechnen. Mit dieser rechnerischen Pauschale sind Versicherungen, Wartung und andere eventuelle Störungen abgedeckt.

Einspeisevergütung

Die Vergütung beträgt laut dem EEG für ab 1. Oktober 2010 pro kWh 32,88 Cent. Diese Vergütung wird konstant für 20 Jahre gezahlt. Bei 10 kWp werden unter idealen Bedingungen in Mitteldeutschland im Jahr 8.000 kWh (10 kWp x 800 kWh) Strom produziert. Damit wird ein Umsatz von 2630,40 Euro (8.000 kWh x 0,3288 Euro ab dem 1.10.2010) pro Jahr erzielt.

Leistungsabschwächung

Solaranlagen produzieren in den Folgejahren durch Leistungsabschwächung immer ein bisschen weniger Strom. Prozentual geht man im Allgemeinen von 0,25 Prozent weniger Leistung pro Jahr aus. Diese Abschwächung müssen Sie bei der Finanzierung berücksichtigen, da sich der Ertrag entsprechend vermindert.

Finanzierung

Da sehr viele Komponenten bei der Finanzierung berücksichtigt werden müssen, ist selbst mit einer Modellrechnung nur ein ungefährer Wert zu ermitteln. Die Stiftung Warentest hat einen Onlinerechner entwickelt, hier können Sie die notwendigen Daten nach dem oben aufgeführten Beispiel eingeben. Zusammengefasst in einer Tabelle ist dann ablesbar, ob sich Ihre Investition über den Zeitraum von 20 Jahren lohnt oder nicht.

Hier geht es zum Onlinerechner: Solarrechner der Stiftung Warentest

Mit dem Onlinerechner können Sie die verschiedenen Finanzierungsszenarien durchrechnen. Angefangen von einer Vollfinanzierung bis hin zu keinem Fremdkapitalbedarf. Die Zinshöhe nach Ablauf der Zinsbindungsfrist, die Laufzeit des Kredits sowie die Auszahlungshöhe kann je nach wirtschaftlicher Situation angepasst werden. Im Beispiel sind wir von einer Kreditsumme von 15.000 Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren ausgegangen.

Hinweis: die monatliche Tilgung wird nicht als Ausgabe bei der Gewinnermittlung bzw. bei der Einkommensteuer berücksichtigt. Nur die gezahlten Zinsen stellen eine berücksichtigungsfähige Ausgabe dar.

Einkommensteuer

Auf den Gewinn aus der Solaranlage muss Einkommensteuer gezahlt werden. Der Onlinerechner berücksichtigt eine pauschale Steuer, die sich je nach den persönlichen Verhältnissen nach oben oder unten ändern kann.

Ergebnis

Nach unserer beispielhaften Rechnung unter optimalen Bedingungen wirdjährlich ein Gewinn erzielt. Nach 20 Jahren ist die Anlage bezahlt und produziert auch noch weiterhin Strom. Jedoch kann heute niemand beurteilen, wie hoch die Einspeisevergütung in 20 Jahren sein wird oder ob die Einspeisung überhaupt noch vergütet wird.

Von einer Vollfinanzierung der Anlage ist eher abzuraten, da die Eigenkapitalrendite dann einen Verlust ausweist. Berücksichtigen sollten Sie in jedem Fall die äußeren Bedingungen, wie eine mögliche Verschattung der Anlage und die Dachneigung. Hier liegen die größten Gefahren für eine Leistungsabschwächung und damit einem geringeren Ertrag als prognostiziert.

Im letzten Teil unserer Serie wollen wir auf die Auswirkung des Betriebs einer Photovoltaikanlage auf ein bereits bestehendes Gewerbe oder Nebengewerbe eingehen.

Quelle:
Eigene Erfahrungen

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