Existenzgründung als Mutter - Ohne Unterstützung geht es nicht

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Schätzungen zufolge sind etwa 37 Prozent der selbständigen Frauen Mütter. Dabei werden nur solche gezählt, deren Kinder noch unter 18 Jahre alt sind. Allerdings geht man davon aus, dass die meisten Mütter erst dann gründen, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, also in die Schule oder wenigstens in den Kindergarten gehen. Doch gibt es auch immer wieder Ausnahmen.

Existenzgründung mit Baby

Manche Mütter gründen ihr Unternehmen noch in der Schwangerschaft oder dann relativ schnell nach der Geburt. Verantwortlich hierfür ist, dass sich während der Schwangerschaft und Elternzeit der Horizont der meisten Mütter etwas verändert. Neue Themen rücken ins Blickfeld, denen man vorher kaum Bedeutung beigemessen hat. Viele Geschäftsideen kommen den jungen Müttern erst durch Problemstellungen, die die Schwangerschaft oder das Baby aufwerfen.
 
Dennoch sind Existenzgründungen mit sehr jungen Kindern eine absolute Ausnahme. Nicht viele Mütter wagen diesen Schritt. Immerhin verlangt ein Baby sehr viel Aufmerksamkeit und Fürsorge. Viele junge Mütter sind mit Baby und Haushalt völlig ausgelastet und können sich gar keine weitere Tätigkeit vorstellen. Und doch gibt es immer wieder Mütter, denen das nicht reicht, die die tägliche Herausforderung suchen.

Nur Mut - es ergibt sich

Wenn Sie eine Geschäftsidee haben, lassen Sie sich nicht davon abschrecken, dass Ihr Leben mit Baby und Unternehmenetwas stressiger werden könnte. Natürlich wird es das werden. Es wird Sie aber auch wesentlich zufriedener und ausgeglichener machen, wieder etwas für sich zu tun und täglich gefordert zu werden.
 
Wenn Sie selbständige Mütter danach fragen, wie es ihnen mit ihrer Selbständigkeit geht, werden Sie meistens relativ ähnliche Aussagen bekommen. Natürlich ist es Stress pur. Freizeit ist Mangelware und das Privatleben bisweilen schon eine Herausforderung. Und Sie werden auch meistens zu hören bekommen, dass es ohne Unterstützung schwierig wird. Ob das nun Oma und Opa, Freundinnen oder aber Tagesmütter und Kindertagesstätten sind, spielt dabei keine Rolle - wichtig ist, dass Sie die Kinderbetreuung organisieren können, wenn Sie Geschäftstermine wahrnehmen müssen. 
 
Eine Aussage, die Sie wohl von so ziemlich allen selbständigen Müttern hören werden, wird Sie vielleicht überraschen: Es macht einfach Spaß. Selbst wenn die Unternehmen anfänglich noch keinen Gewinn für die ganze Mühe abwerfen, ist es einfach unwahrscheinlich zufriedenstellend, nicht "nur" Mutter zu sein.

Notwendigkeit der Umorientierung

Viele dieser jungen Gründerinnen sind übrigens durch ihre Arbeitgeber erst auf die Idee gekommen, sich selbständig zu machen. Wo vorher 80 Stunden-Wochen gearbeitet wurden oder Frauen im Außendienst tätig waren, gibt es oft später keinen Platz mehr für sie, denn eine Teilzeitarbeit lassen solche Jobs oftmals nicht zu. Der Zwang sich ohnehin neu orientieren zu müssen, bringt für viele junge Mütter den Startschuss, den sie gebraucht haben, um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Gemischte Gefühle von Außenstehenden

Als selbständige Mutter werden Sie häufig mit Menschen konfrontiert, die sich eine solche Situation überhaupt nicht vorstellen können und die ihre Bewunderung dafür unverhohlen zum Ausdruck bringen. Und diese Bewunderung ist durchaus angemessen, denn immerhin schaffen Sie einen extremen Spagat zwischen Kind, Arbeit und Haushalt. Machen Sie sich aber auch darauf gefasst, dass Ihnen manche mit Skepsis oder gar Vorwürfen begegnen werden - besonders in den alten Bundesländern ist es heutzutage nicht üblich, schon im Babyalter wieder arbeiten zu gehen.

Mögliche Geschäftsfelder

Die Geschäftsfelder für junge Mütter und Gründerinnen sind extrem vielfältig. Viele Gründerinnen orientieren sich an Themen, die sie in ihrer eigenen Schwangerschaft oder Babyzeit beschäftigt haben. So machen sich beispielsweise viele Frauen im Modebereich selbständig und designen und nähen Babybekleidung oder Accessoires für Kinder. Im Endeffekt kann aber jede Idee, mit der sich der Alltag von Müttern erleichtern lässt, der zündende Funke sein, der Ihre Geschäftsidee ins Rollen bringt. Achten Sie doch einfach einmal im Alltag darauf, wann Sie sich etwas wünschen, das Sie nicht haben können.
 
Ein Beispiel: Als meine Tochter damit begann, sich selbst den Schnuller in den Mund zu stecken, hätte ich mir gewünscht, es gäbe einen Schnuller mit zwei Schnullerseiten, sodass die Trefferwahrscheinlichkeit signifikant stiege.
 
Wenn es solche Produkte noch nicht gibt, haben Sie dann vielleicht genau die Idee, die Sie reich macht!

Quelle:
Starting Up März/April/Mai 2011, S. 44 ff.

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  • Gibt´s solche Schnuller schon für Babies? Die Idee hätte von mir stamen können. Danke Sabine, gut geschrieben, eben aus der Praxis heraus, stimmt´s? ;-)

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    • Hihi, ne, den gibt's noch nicht. Vielleicht sollte ich doch mal in die Produktentwicklung investieren? Ich verkaufe meine Idee für 10.000 Euro - wer will sie haben? :D

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  • Glückwunsch zu diesem Statement!

    Als schon etwas ältere Mutter mit zwei Kindern, die inzwischen erwachsen sind, habe ich persönliche Erfahrungen beizusteuern.

    Kleine Kinder lassen sich mit einer selbständigen Tätigkeit und neuen beruflichen Herausforderungen unter Umständen leichter "händeln" als große Kinder. Kleine Kinder wachsen praktisch mit. Sie erleben die neue Herausforderung noch nicht als Veränderung, sondern als ihr Leben mit den Eltern. Große Kinder, besonders in der Pubertät, erleben einen beruflichen Wechsel der Eltern in die Selbständigkeit unter Umständen als sehr belastend, weil sich damit ihr gewohntes familiäres Leben ändert. Hier sollte man sehr sensibel sein. In jedem Fall bin ich dafür, daß die Kinder immer so viel wie möglich in den Berufsalltag ihrer Eltern einbezogen werden. Die Kinderbetreuung muß vielseitig und flexibel sein, damit die Kinder es nicht verlernen, neue Herausforderungen mit Freude und aufmerksam anzunehmen.

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    • das stimmt und ich kann es bestätigen, auch wenn ich einen recht junger Farben. Mein Sohn sitzt regelmäßig mit mir am Schreibtisch und erstellt kilometerlange Tippstreifen mit der Addierenmaschine. Danach knippst er alles wie ein Schaffner ab, nimmt dazu allerdings den Entklammerer. ich kann auf diese Weise selbst arbeiten und außerdem noch die Kinderbetreuung übernehmen. Leider hält das ganze Spiel maximal 30 min.

      Ich könnte mir vorstellen, wenn er nicht mit mir, meiner Tätigkeit und dem Büro großwerden würde, ist es mit Sicherheit ein Krampf ihm meine Arbeitszeiten und Gewohnheiten beizubringen. Daher danke ich für diesen wertvollen Tipp und den Einblick in die Zukunft.

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