Aktuell kommen wieder vermehrt Start-ups im Bereich des Onlinehandels auf den Markt. E-Commerce kann aber nicht pauschal als hoffnungsvoller neuer Wirtschaftszweig betrachtet werden. Denn auch hier gilt, dass sich neue Konzepte durchsetzen, wohingegen der klassische Online-Shop, der seine Waren lediglich anbietet, aber keine emotionalen Erlebnisse mit dem Einkauf verbinden kann, kaum noch Chancen hat.
Der neue E-Commerce-Markt richtet sich dabei vor allem an so genannte Internet-Natives, also Personen, die bereits mit dem Internet aufgewachsen sind. Insbesondere die frauenaffinen Bereiche im Onlinehandel haben noch einigen Nachholbedarf.
Viele ungenutzte Potenziale
Seitdem das Internet quasi Jedermann zur Verfügung steht, sollte auch der Handel darüber sehr erfolgreich verlaufen sein. Der Schein aber trügt, denn eine aktuelle Studie zeigt, dass nur ein Viertel der Deutschen bereits heute regelmäßig im Internet kauft. Ein weiteres Viertel kauft hin und wieder im Internet ein, also bis zu vier Mal im Jahr. Die restlichen 50 Prozent nutzen das Web bisher noch gar nicht zum Einkaufen.
Die typischen Frauenbereiche, wie Deko, Einrichten, Wohnen, Kleidung und Schuhe sowie Wellness und Beauty sind noch weniger entwickelt. Sie werden sich aber, so die Prognosen der Experten, in den kommenden Jahren deutlich ausweiten lassen.
Steigende Zahlen im E-Commerce
Ebenfalls zeigen aktuelle Zahlen, dass der Onlinehandel sich in den letzten Jahren deutlich schneller entwickelt hat, als der herkömmliche Versand- oder Einzelhandel. Während der gesamte Markt eher stagnierte, konnte E-Commerce seinen Anteil von 5,8 auf 7,2 Prozent des Marktgeschehens verbessern.
Derzeit gehen die Experten davon aus, dass auch die Verkaufszahlen im E-Commerce sich noch deutlich steigern lassen. Waren es im Jahr 2008 noch geschätzte elf Milliarden Euro Umsatz, so sollen bis zum Jahr 2017 doppelt so hohe Umsätze erzielt werden.
Neue Konzepte auf dem Vormarsch
Innerhalb dieser Entwicklungen wird ebenfalls beobachtet, dass sich neue Konzepte durchsetzen können. So werden Live-Shopping-Portale immer erfolgreicher, genauso wie das Club-Shopping. Wenn die Kunden in die Gestaltung des Sortiments mit einbezogen werden oder der Zweck des Social Commerce verfolgt wird, können ebenfalls positive Tendenzen beobachtet werden. Insbesondere das Club-Shopping, das es namhaften Herstellern ermöglicht, auch große Stückzahlen an Restposten schnell zu verkaufen, ist sehr stark nachgefragt.
Bisher sind diese Shopping-Clubs allerdings nur ein europäisches Phänomen, das langsam in die USA gelangt. Dadurch zeigt sich, dass die Zukunft im Internet liegt und sehr gute E-Commerce-Konzepte auch fernab der USA entwickelt werden können. Das soll auch in Zukunft so bleiben, wie Experten bestätigen. Für Gründer entstehen damit zahlreiche neue Möglichkeiten.
Quelle: Venture Capital Magazin 10/2008, S. 66 - 67
Über den Autor
Torsten MontagMein Name ist Torsten, ich bin Chefredakteur auf Gruenderlexikon.de. Als Dipl. Betriebswirt (FH) berate ich bereits seit April 2005 Existenzgründer. Darüber hinaus bin ich zugelassener KfW-Gründungsberater im Schwerpunkt Onlinemarketing.
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