- Was Sie zur Konkurrenzanalyse und Standortanalyse wissen sollten
- Geschäftsart, Branche und Sortiment zur Standortanalyse
- Das Einzugsgebiet bei der Standortanalyse festlegen
- Wettbewerber und Konkurrenz zur Standortanalyse recherchieren
- Worauf bei der Wahl des Standorts zu achten ist?
- Was sagt ein Fachmann zu diesen Zahlen?
Nachdem in den vorhergehenden Teilen der Serie zur Standortanalyse nun alle Daten erfasst und eingegeben wurden, kommen wir nun zum entscheidenden Abschnitt, den Ergebnissen der Analyse. Zur Erinnerung, es ging um ein Kosmetikstudio in Heilbad Heiligenstadt (Thüringen), welches im Stadtzentrum mit circa 30 m² Ladenfläche eröffnet werden soll.
Die Ergebnisse im Einzelnen
Ergebniszusammenfassung
Diese Übersicht zeigt im Grund genommen die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick. In unserem Beispiel des Kosmetikstudios bilden 34.960 Einwohner die Datenbasis im Einzugsgebiet. Daten, welche man ohne dieses Tool wohl so leicht nicht bekommt. Der Existenzgründer müsste alle Einwohnermeldeämter der betreffenden Gemeinden und Städte aufsuchen und nach den Einwohnerzahlen befragen. Bei 10 bis 30 verschiedenen Ortschaften kann das allein schon ein sehr umfangreiches Unterfangen werden.
Die Wahrscheinlichkeit von 4,44% gibt im Beispiel ein, wie wahrscheinlich der Besuch eines Kunden in dem Kosmetikstudio in Heiligenstadt und zwar in der zentralen Geschäftsstraße sein wird. Von 100 Kunden im Einzugsgebiet kommen noch nicht mal fünf Kunden zu uns, was wiederum auch das Kundenpotenzial von 1.633 Kunden widerspiegelt.
In dem von uns gewählten Pluspaket wird zusätzlich das Umsatzpotenzial im Einzugsgebiet berechnet und dem Existenzgründer ausgegeben. Bei unseren Kosmetikstudio sind das 16.571,52 € pro Jahr direkt aus Heilbad Heiligenstadt. Der Kaufkraftzufluss ist mit 3.963,82 EUR berechnet worden und gibt an, dass weitere Kaufkraft aus den umliegenden Ortschaften in das Kosmetikstudio fließt, so dass letztlich ein Gesamtumsatzpotenzial von 20.535,34 EUR pro Jahr zu erwarten ist.
Mit 4,72% wird der Marktanteil im Einzugsgebiet berechnet. Mit Marktanteil wird der Anteil des Umsatzes am Gesamtumsatz einer Branche oder einem Gebiet bezeichnet. Der Laie wird sich sicher fragen, wo der Unterschied zwischen Wahrscheinlichkeit und Marktanteil liegt. Dies lässt sich an unserem Beispiel der Kosmetikerin sehr leicht erklären: Die Wahrscheinlichkeit gibt an, wie wahrscheinlich es ist, einen Kunden überhaupt in den Laden zu bekommen. Der Marktanteil gibt den Umsatzanteil des Kosmetiksalons an. Ein Kunde im Laden muss aber nicht zwangsläufig einen Umsatz verursachen, der kann beispielsweise auch nur nach den Preisen Fragen und dann auf nimmer wiedersehen verschwinden. Damit weicht der Prozentsatz der Wahrscheinlichkeit vom Marktanteil ab. Darüber hinaus verursacht nicht jeder Kunde gleich viel Umsatz, so dass manche Kunden mehr zum Gesamtumsatz beitragen als andere, so dass auch hier ein Unterschied dieser Indikatoren besteht.
Welche Informationen bekommt der Nutzer noch auf dieser Seite?
In einem Listenfeld kann der Benutzer die Kartendarstellung zwischen der Anzeige von Einwohnern, Kundenpotenzial und Wahrscheinlichkeit umstellen. Auch die Legende ist variabel und führt bei einer Veränderung zu einer individuellen Ergebniskarte des Einzugsgebietes. Des weiteren kann man das Einzugsgebiet als Karte mit entsprechenden Bereichen sowie eine Ergebnistabelle mit den einzelnen Teilflächen, Entfernungen, Einwohnern, Wahrscheinlichkeiten, Umsatzpotenzialen und Kundenpotenzialen betrachten.
Berichte der Standortanalyse als PDF ausdrucken
Sehr lobenswert: Der 29-seitige Bericht umfasst nicht nur alle eingegeben Daten sondern auch Zusatzdaten, welche bisher nicht ausgewertet oder angezeigt wurden.
Die Marktcharakteristik
Der Abschlussbericht gliedert sich in die Markcharakteristik, welche den Standort, das Einzugsgebiet und den Wettbewerb nochmals zusammenfasst.
Die Potenzialprognose
Die Abrufwahrscheinlichkeit, das Kundenpotenzial, das Umsatzpotenzial sowie die Prognose der Marktanteile der Wettbewerber im Einzugsgebiet sind Mittelpunkt der Potenzialprognose.
Kundenmagnete und Kooperationspartner
Diese Informationen wurden bisher nicht berücksichtigt oder kommuniziert, sind jedoch im obigen Ergebnis enthalten. Für den Existenzgründer sind gerade die Kooperationspartner und Multiplikatoren des Geschäftes von äußerster Wichtigkeit, da diese zu mehr Umsatz und somit zu hören Erträgen ohne größere Werbeaufwendungen führen. Als Frequenzbringer, also zusätzliche und regelmäßige Kunden, werden benachbarte Parkplätze oder die Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel aufgelistet. Auch Warenhäuser, Supermärkte, Apotheken, Bildungseinrichtungen, Behörden, Ärzte, Banken oder Geldautomaten sind gern gesehene Nachbarn von Existenzgründern und deren Standorte. Sehr vorteilhaft: Der Gründer erhält im Bericht gleich alle Adressen der potenziellen Kooperationspartner, so dass die vorherige Recherche im Branchenbuch oder Telefonbuch nahezu entfällt und somit die Kontaktaufnahme vereinfacht wird.
Zusammenfassende Bewertung der Standortfaktoren
Sehr informativ ist der abschließende zusammenfassende Teil der Zusammenfassung, welcher zum Beispiel die Bevölkerungsdichte, die Arbeitslosenquote, die Einkünfte je Steuerpflichtiger, die Zentrenerreichbarkeit, die Gewerbesteuer am Standort, die Erreichbarkeit der Parkplätze, die allgemeine Kaufkraft sowie Haltestellen von öffentlichen Verkehrsmitteln bewertet und somit dem Existenzgründer einen zusätzliche und abschließenden Bericht zu seiner Entscheidungsfindung an die Hand gibt. Dieser Abschlussbericht sollte selbstverständlich mit einem Fachmann zusammen ausgewertet und und analysiert werden.
Zur besseren Einschätzung der Qualität, biete ich den Bericht zur Standortanalyse (PDF, 1.358kb) zum Download an.
Was war ok und was hat mir nicht gefallen?
Einige Fachbegriffe werden im Ergebnisbereich nicht erklärt oder zumindest fehlt eine Verlinkung in den vorhandenen Glossarbereich der Seite. Ausführliche Erläuterungen sind im Tool selbst nicht notwendig, es sollten jedoch die wichtigsten Fachbegriffe mit einem Layer (Popup) erläutert werden. Sehr gut hat mir die Bedienerfreundlichkeit, die Schritt für Schritt Vorgehensweise und die bereits verbesserter Benachrichtigung und Warnung bei existenziellen Einstellungen im Programmverlauf gefallen. So wird der Benutzer gewarnt, wenn Informationen und Parameter nach dem nächsten Schritt nicht mehr änderbar sind, er also an dieser Stelle mit der Bestätigung aufpassen und sich sicher sein muss. Positiv überrascht war ich auch vom Abschlussbericht, welcher dem Existenzgründer viele weitere Informationen zum Standort, der Umgebung und der finanziellen Situation der Kunden am Standort vermittelt. Zusätzliche Kundenmagnete und Kooperationspartner werden tabellarisch sowie als Eintrag in einem Kartenausschnitt mit Adresse aufgezählt und beschrieben.
Im letzten Teil werde ich aus fachmännischer SIcht die Zahlen des Beispiels bewerten und einige weitere Berechnungen anstellen.
Über den Autor
Torsten MontagMein Name ist Torsten, ich bin Chefredakteur auf Gruenderlexikon.de. Als Dipl. Betriebswirt (FH) berate ich bereits seit April 2005 Existenzgründer. Darüber hinaus bin ich zugelassener KfW-Gründungsberater im Schwerpunkt Onlinemarketing.
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