- Was ist ein Businessplan und wer sollte einen erstellen?
- Welchen Umfang sollte der Businessplan haben?
- Die 5 häufigsten Fehler bei der Erstellung eines Businessplans
- Wer sollte eine Kopie meines Businessplanes erhalten?
- Personal, Personalbedarf, Personalplanung und Weiterbildung
- Das Deckblatt Ihres Businessplanes
- Das Inhaltsverzeichnis des Businessplans
- Die Zusammenfassung (Summary) steht am Beginn des Businessplans
- Produkte und Dienstleistungen im Businessplan
- Markt, Wettbewerb und Konkurrenz
- Unternehmensführung und Management
- Marketing, Preispolitik, Vertriebspolitik und Absatzmethoden im Businessplan
- Rechtsformwahl und Organisation des Unternehmens
- Chancen und Risiken im Businessplan beschreiben
- Der Finanzplan im Businessplan
- Umsatzprognose und Rentabilitätsvorschau im Businessplan
Zunächst erscheint diese Gliederung etwas ungewöhnlich sogar unlogisch. Im Fall eines Businessplanes macht es jedoch Sinn, die Zusammenfassung an den Beginn der ganzen Ausarbeitung zu stellen. Warum das so ist, erfahren Sie im folgenden Abschnitte.
Durch die einleitende Zusammenfassung Ihres anschließenden Konzeptes können Sie dem Leser (dem Investor oder der Bank) bereits einen kleinen aber prägnanten Vorgeschmack auf Ihre Idee machen und ihm so signalisieren, dass er was verpassen würde, liest er das Konzept nicht weiter. Anders ausgedrückt: „Machen Sie dem Leser gleich zu Beginn des Businessplans den Mund wässerig.“ – er muss förmlich neugierig auf das Konzept werden. Dabei müssen Sie den Spagat zwischen alles verraten und interessant schreiben hinbekommen.
Der Umfang der Zusammenfassung
Der Leser soll auf zwei bis drei Seiten, abhängig von Größe und Umfang des künftigen Unternehmens, in allen wichtigen Bereichen eine kleinen Einblick erhalten. Gehen Sie nicht davon aus, dass alle Leser auf Ihrem Wissensstand sind. Ein Leser, der nur Fachchinesisch zu lesen bekommt, legt die Lektüre nach den ersten zwei Absätzen beiseite und ist schnell der Meinung, dass das was er nicht versteht auch nicht gut sein kann.
Allerdings sollte es in der Einleitung auch nicht zu einem Werbefeldzug oder einer Art „Honig um den Bart schmieren“ kommen. Die Leser des Businessplans sind genau so verärgert, wenn sie bemerken, dass ihnen das blaue vom Himmel erzählt wird. Den richtigen Weg zwischen Übertreibung und einem positiven Schreibstil zu finden, ist nicht ganz einfach und wird sicher nicht beim erstem Mal gelingen. Auch hier gilt wieder: Das Geschriebene einem unabhängigen Dritten vorlegen und lesen lassen.
Was muss konkret in die Zusammenfassung rein?
a. Idee und Konzept
Erläutern Sie dem Leser kurz, wie Sie zu dieser Idee kamen, auf welchen Gedanken die Gründung Ihres künftigen Unternehmens sich stützt. Gibt es Besonderheiten hinsichtlich Ihrer Geschäftsidee? Wie und wo sehen Sie Ihr Unternehmen in der Zukunft? Beschreiben Sie in wenigen Sätzen Ihre persönlichen kurz- und langfristigen Unternehmensziele.
b. Produkte, Dienstleistungen und Kundennutzen
Dieser Abschnitt der Zusammenfassung des Businessplans soll die Leser über die von Ihnen entwickelten Produkte oder die von Ihnen angebotenen Dienstleistungen aufklären. Mit welchen Produkten handeln Sie? Welche Leistungen bieten Sie an oder welche Produkte stellen Sie her oder kaufen Sie Produkte hinzu? Letztlich die Frage: Wozu brauch der Kunde noch Ihre Leistung oder Ihr Produkt, wen es denn schon Ähnliches auf dem Markt gibt? Wo sehen Sie den Nutzen für den Kunden? Warum sollte der Kunde gerade Ihr Produkt erwerben oder Ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen?
c. Absatzmärkte, Kunden und Konkurrenz
Märkte bezeichnen die kurze Darstellung Ihrer Absatzgebiete. Wo erstrecken sich Ihre wichtigsten Märkte und Absatzgebiete? Gibt es „Ihr Produkt“ schon auf diesen Märkten? Wenn ja, was ist an Ihrem Produkt so besonderes, wie können Sie sich von der Konkurrenz abheben? Beschreiben Sie in wenigen Sätze die Konkurrenzsituation, wer bietet oder liefert was? Wie nehmen die Kunden das Angebot bisher auf und was können Sie in diesem bestehenden Markt verändern oder revolutionieren?
d. Kapitalbedarf und Geschäftsleitung
Für interessierte Leser ist die Finanzierung der Geschäftsidee eine der wichtigsten Fragen. Wo erhalten Sie entsprechende Gelder her? Können Sie staatliche Fördergelder oder Zuschüsse nutzen? Müssen Sie gegebenenfalls Fremdkapital bei Kreditinstituten aufnehmen oder können Sie den Kapitalbedarf mit Ihren eigenen, persönlichen Mitteln decken? Eine weitere Möglichkeit der Kapitalbeschaffung könnte die Beteiligungen anderer Personen an Ihrem Unternehmen sein. Schildern Sie in diesem Fall dem Leser kurz, wer an Ihrem Unternehmen beteiligt und in welcher Höhe die Beteiligung anzusetzen ist. In diesem Zusammenhang ist die Frage relevant, inwieweit dieser/diese Gesellschafter einen Einfluss auf die Entscheidungsfindung, das operative Geschäft oder die Geschäftsleitung in Ihrem Unternehmen haben?
Selbstverständlich lassen sich einleitend noch mehr Informationen vermitteln. Dies sollte vom Gründer selbst abgeschätzt werden. Die Einleitung darf nicht zu leer und abgespeckt wirken, allerdings auch nicht aus allen Nähten platzen. Auch hier ist nichts gegen den guten Rat eines Fachmanns einzuwenden.
Sinn und Zweck der Zusammenfassung
Sicher erkennen Sie, dass die obigen Punkte in den folgenden Abschnitten erneut auftauchen und erläutert werden müssen. Der Unterschied zur Summary liegt lediglich in der Kürze und Prägnanz. Geben Sie also nur eine Zusammenfassung des Businessplans ohne nähere Erläuterung, denn diese sollen ja in den kommenden Abschnitten wiederholt werden und so den Leser langweilen. Dieser Abschnitt ist durch das Wesentliche und die Kunst dem Leser den Businessplan schmackhaft zu machen geprägt. Ihn dazu zu bringen, nach dem „Und weiter?“ zu fragen, die Wissbegierde in Ihm zu wecken. So wie das Kind, welches das Ende der Geschichte hören will, muss der Leser nach dem zusammenfassenden Abschnitt die Details lesen wollen. Verlieren Sie sich also nicht in Einzelheiten und schreiben Sie auch für einen Laien verständlich. Andernfalls werden Ihre nachfolgenden Ausführungen überhaupt nicht mehr beachtet.
Über den Autor
Torsten MontagMein Name ist Torsten, ich bin Chefredakteur auf Gruenderlexikon.de. Als Dipl. Betriebswirt (FH) berate ich bereits seit April 2005 Existenzgründer. Darüber hinaus bin ich zugelassener KfW-Gründungsberater im Schwerpunkt Onlinemarketing.
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